Donnerstag, 11. April 2013

#COER13 - Wieso, weshalb, warum?

Am 8. April ist der #coer13, ein offener Online-Kurs zu Open Educational Resources (OER), gestartet und ich nehme daran teil.

Im #coer13 wird sich also alles um frei zugängliche Bildungsressourcen drehen, wobei frei nicht nur kostenlos sondern auch frei für Veränderungen und Wiederveröffentlichung bedeutet.

Es mag auf den ersten Blick eher widersinnig erscheinen, wenn jemand, der sein Geld auch mit der Erstellung von Lernmaterialien verdient, lernen will, wie man kostenlose Materialien erstellt. Ist es aber nicht.


Der Bildungsmarkt befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch

Ich bin der Ansicht, dass sich unsere Bildungslandschaft in den kommenden zehn Jahren massiv verändern wird. Dabei spielen Zeit und Kosten eine ebenso große Rolle, wie die technologischen und organisatorischen Entwicklungen:

  • Es wird noch Bücher aus Papier und Präsenzveranstaltungen geben aber keine Weiterbildungsangebote ohne digitale Anteile. Die darin enthaltenen Bildungsmaterialien müssen einfach erstellbar, veränderbar und flexibel einsetzbar sein.

  • Finanzielle Mittel werden überwiegend in hochwertige technologische Lösungen, wie beispielsweise komplexe Simulationen oder Augmented Reality fließen. Einfachere Bildungsmaterialien müssen deshalb künftig vor allem billig zu erstellen und flexibel nutzbar sein.

  • Die Hochschulen werden in weiten Teilen Anlaufstellen für berufliche Weiterbildung werden, entweder als alleiniger Anbieter oder in Kooperation mit Unternehmen und unterschiedlichen Dienstleistern. Das wird erhebliche Auswirkungen auf den sonstigen Weiterbildungsmarkt haben, verbunden mit dem Zwang zur Veränderung als Erbringer verschiedener Serviceleistungen.

  • Bildungsmaterialien werden nicht mehr für Lernende entwickelt, sondern mit und von ihnen.

Bei all diesen Entwicklungen werden OER eine erhebliche Rolle spielen.

Meine Ziele im #coer13: Professionalisierung und Vernetzung

Ich habe mich bereits im MOOC Maker Course #mmc13 mit der Frage beschäftigt, wie die Entwicklung von OER vorangetrieben werden könnte. Daran möchte ich anknüpfen. Es geht mir dabei einerseits um persönliche Professionalisierung, zu Themen wie
  • bessere Suchstrategien, 
  • Ideen und Tools zur Entwicklung von OER, 
  • Mindestanforderungen an die Qualität 
  • Erstellen von Materialien zu aktuellen Bildungsthemen für meine Blogs
  • ...
wie auch um Vernetzung mit anderen Teilnehmerinnen/Teilnehmern. Neben diesen inhaltlichen Fragen interessiert mich natürlich besonders die Haltung anderer Freiberuflerinnen/Freiberufler zu OER. Sehen Sie die Ausbreitung von freien Bildungsmaterialien als Bedrohung, nicht relevant für Ihre Tätigkeit oder eher positive Entwicklung?

Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Wochen, auch darauf, welche Materialien erstellt werden und welche Einsichten ich gewinne.

Donnerstag, 7. März 2013

Zwei neue MOOCs am Start - #coer13 und #ichkurs beginnen im April

Es kommt Bewegung in die deutschsprachige MOOC-Szene. Nach dem fulminanten Auftakt  zum Jahresbeginn bringt der April gleich zwei offene Online-Kurse, die das Zeug haben, auch richtig "Massive" zu werden.

#coer13 - Ein MOOC zu Open Educational Resources


Der #coer13 startet am 8. April mit dem Themenschwerpunkt Open Educational Resources. Es geht in dem Kurs darum, einen umfassenden Überblick über Theorie und Praxis offener und freier Bildungsmaterialien (OER) zu bieten.

Kursablauf

Neben einer Einführungs- und Abschlußwoche ist der #coer13 in fünf thematische Einheiten untergliedert. Die jeweiligen Schwerpunkte werden im Zwei-Wochen-Takt behandelt, ein aus meiner Sicht günstiger Rhythmus für eine nebenberufliche Teilnahme. Weitere Informationen finden Sie im Programm und in der Beschreibung des Kursablaufs.

Ich nehme am #coer13 teil und werde meine Beiträge hier veröffentlichen. Was mich besonders interessiert, ist die Frage nach der künftigen Bedeutung von OER für die betriebliche Weiterbildung. Martin Ebner, einer der Mitveranstalter des #coer13, vertritt die These (Folie 41):


In fünf Jahren werden urheberrechtlich geschützte Materialien uninteressant sein.




Sollte er damit Recht behalten, was bedeutet das dann für die Weiterbildung in Unternehmen und ganz besonders, was folgt daraus für die Anbieter entsprechender Weiterbildungskurse beziehungsweise für Contentanbieter?

#ichkurs - Ein MOOC zum Thema Persönliche Entwicklung


Der #ichkurs beginnt am 22. April und es wird sich alles um das Thema "Persönliche Entwicklung" drehen. Der Kurs wendet sich an Coaches und Trainer sowie alle, die Interesse an persönlicher Weiterentwicklung haben.


Kursablauf

Der #ichkurs umfasst sechs Einheiten, die im Rhythmus von 2 - 3 Wochen bearbeitet werden. Auftakt einer Kurseinheit wird jeweils ein Einführungsvideo sein, begleitet von weiterführenden Leseempfehlungen, Übungen, Spielen und Aufgaben sowie Interviews mit Experten und anderen Coaches.

Einen schnellen Überblick über die Themen und was dahinter steckt, liefert der ichkurs-Teaser.

Alle Inhalte des #ichkurs sind in der "Free-Version" kostenlos verfügbar. Was den #ichkurs aber besonders deutlich von anderen MOOCs unterscheidet, sind zusätzliche kostenpflichtige Leistungen. Je nach gewähltem Modell kann beispielsweise Betreuung durch Mentoren, Zugang zu einem geschlossenen Forum oder zusätzliches gedrucktes Material gebucht werden.

Am #ichkurs finde ich besonders zwei Aspekte sehr interessant:
  • Es wird eine sehr breite Zielgruppe angesprochen. Die bisherigen deutschsprachigen MOOCs, wie #opco11, #opco12 und #mmc13, waren in erster Linie Angebote für die Learning-Community. Das Thema "Persönliche Entwicklung" hat dagegen das Potenzial, diese Begrenzung zu sprengen und offene Online-Kurse auch unter ganz normalen Lernenden bekannt zu machen. MOOCs könnten damit ein Stück aus der Experten-Ecke geholt werden, hin zu den Lernenden, wo sie nach meinem Verständnis auch hingehören.
  • Hinter dem #ichkurs steckt auch die Erprobung eines Geschäftsmodells. Der Veranstalter, Dr. Johannes Moskaliuk, schreibt dazu selbst: "Allerdings funktioniert das Konzept nur, wenn eine kritische Masse an zahlenden Nutzern an dem Kurs teilnehmen." Wird es gelingen, genügend zahlende Teilnehmende für den Kurs zu gewinnen? MOOCs sind noch sehr neu im deutschsprachigen Raum und sie verlangen den Teilnehmenden einiges ab. Zu den Schwierigkeiten und Abbruchraten habe ich bereits im Verlauf des #mmc13 gebloggt. Kann ein kostenpflichtiges Angebot, besonders eine Betreuung, dazu beitragen, die Schwierigkeiten zu mindern. Wirkt sich möglicherweise die Bezahlung positiv auf die Motivation aus?
Zu diesen Fragen, wie auch zu den jeweiligen Einheiten des #ichkurs, werde ich in den kommenden Monaten hier berichten.

Dienstag, 5. Februar 2013

#MMC13 - Wie bekommen wir OER in den Pool?

In der 3. Woche des MOOC Maker Course #MMC13 ging es um Open Educational Ressources (OER). Die TeilnehmerInnen waren zu einem OER-Flashmob aufgerufen, alle fanden den Aufruf und die Idee gut aber es wurden relativ wenige Materialien zur Verfügung gestellt. Woran kann es liegen?

Open Educational Ressources und die damit verbundene Creative-Commons-Lizensierung sind ein sehr komplexes Thema. In komplexen Entscheidungssituationen, bei denen wir einzelne Aspekte nicht beurteilen oder einschätzen können, neigen wir zur Reduzierung der Komplexität, indem wir auf unser "Bauchgefühl" zurückgreifen. Wir nehmen dabei frühere Erfahrungen, Einstellungen und Werte zu Hilfe, um uns eine Entscheidung unter unsicheren Bedingungen zu erleichtern.

Ein kurzer Ausflug in die Umweltbildung


Im Bereich der Umweltbildung haben sich Fietkau/Kessel ausführlich mit der Kluft zwischen umweltrelevantem Wissen und umweltgerechtem Verhalten beschäftigt. Als Ansatzpunkte für eine Verhaltensänderung erkannten sie insgesamt 5 Bereiche, die das Verhalten beeinflussen: Wissen, Einstellungen und Werte, Verhaltensangebote, Handlungsanreize und wahrgenommene Rückmeldungen zu verändertem Verhalten. Fietkau und Kessel wiesen darauf hin, dass erst durch ein Zusammenwirken aller Komponenten eine Verhaltensänderung, hin zu umweltgerechtem Verhalten bewirkt werden kann. Sie bildeten dies als Modell in der sogenannten Lernspinne ab.

Ich möchte dieses Modell gerne in die Diskussion bringen, um mögliche Ansatzpunkte für die Erstellung von OER zu finden.

Modell "Lernspinne" nach: © Fietkau/Kessel: Umweltlernen, Königstein/Ts. 1981

Wissen: Im Rahmen der 3. Kurswoche wurden sehr viele Ressourcen zum Wissensaufbau zur Verfügung gestellt. Es wurde bei Google+ und Twitter diskutiert und über OER gebloggt. Den für mich treffendsten Beitrag schrieb aber Anja Lorenz, unter dem Titel: Du darfst ... was eigentlich?

Es ist tatsächlich vergleichbar mit der Umweltbildung, man muss, auch nach intensiver Auseinandersetzung mit dem Thema, ohne sichere Grundlagen und Gewißheiten auskommen. Für alle, die jetzt nicht aussteigen wollen, lohnt die Beschäftigung mit den vier übrigen Elementen der Lernspinne.

Verhaltens-/Handlungsangebote: Hierunter fällt alles, was zur Vereinfachung beiträgt. Das können Plattformen sein, auf denen die OER schnell und unkompliziert zur Verfügung gestellt werden können oder Tools, die mit relativ einfachen Mitteln zu kreativen Ergebnissen führen. Wesentlich wichtiger wären aber aus meiner Sicht konkrete Tipps, Anleitungen und Beispiele, die dabei helfen, die Einstiegshürden zu verringern. Wer hat Beispiele? Wo könnten wir Tipps bekommen? Twittert und schreibt es ins Community-Forum bei Google+.

Handlungsanreize: Welche Formen der Anerkennung sind möglich und wie sieht es eigentlich mit finanziellem Ausgleich aus? Nicht jede/r von uns arbeitet in einem Bereich, wo die Erstellung von Bildungsmaterial zur bezahlten Aufgabe gehört. Wer sein Geld mit der Erstellung von Konzepten und Materialien verdient, sagt zu Recht: Give me an “o”? No!
Was denkt ihr darüber? Wo seht ihr Lösungsansätze? Wer sollte mitdiskutieren?

Rückkopplungen: Ohne Rückkopplungen kann die Motivation schnell den Bach runter gehen aber welche Art von Feedback hilft wirklich weiter? Reicht Wertschätzung alleine aus oder kann auch hier über finanzielle Anerkennung nachgedacht werden? Bei vielen WordPress Plugins ist es ganz normal, dem Entwickler über eine Spende auch finanzielle Anerkennung auszudrücken. Ist das für OER vorstellbar? Wenn nicht, warum?

Einstellungen und Werte: Ob jemand bereit ist Materialien und Wissen zu teilen, hängt sicher von der jeweiligen Grundhaltung ab. Was aber ebenso wichtig ist, sind die Rahmenbedingungen unter denen das Teilen von Wissen stattfindet. Dazu zählen stimulierende Aspekte, wie oben angesprochen aber auch der gesetzliche Rahmen und die gesellschaftlichen Bedingungen. Das deutsche Urheberrecht macht es einem nicht eben leicht eine Kultur des Teilens zu entwickeln. Von der Politik dürfen wir wohl auch keine besondere Empathie für Bildungsfragen erwarten. Wie kann also der Rahmen, in dem wir uns bewegen, gestaltet werden?

Ich freue mich auf Ideen, Vorschläge und Diskussion.

Update: Handlungsangebote

In dieser Rubrik möchte ich Ideen, Tools und Beispiele sammeln, die das Erstellen von OER einfacher machen. Vorschläge, auch zu anderen Ansatzpunkten, sind jederzeit willkommen. Bitte einfach in den Kommentaren posten.

Strichmännchen

Oft fehlen Grafiken, um Inhalte zu visualisieren. Strichmännchen sind eine gute Möglichkeit,  Inhalte zu emotionalisieren und mit Leben zu füllen. Dabei kommt es überhaupt nicht auf perfekte Zeichenkünste an. Wie man ganz einfach Strichmännchen erstellt, zeigt Betsy Streeter in dieser Präsentation:



Eine Fundgrube mit Tipps zur Visualisierung von Wissen ist die Seite von knowvis.

Sketchnotes

Open Educational Resources CC BY-SA 2.0 Ralf Appelt
Mit Sketchnotes kann man gleich mehrere Schritte weitergehen. Sie bieten die Möglichkeit, Sachverhalte mit einer Mischung aus Bild und Text zu visualisieren und dabei auch Prozesse und Zusammenhänge sichtbar zu machen.

Eine Einführung zu "Sketchnotes in der Lehre", eine anschauliche Schritt-für-Schritt-Anleitung und weitere Tipps gibt es bei Ralf Appelt.


Lernvideos

Quelle: Sandra Schön
Wie gute Lernvideos mit einfachen Mitteln - zum Beispiel mit dem Smartphone - produziert werden können, haben Sandra Schön und Martin Ebner in einem Booklet beschrieben.  Es ist gedruckt im Buchhandel erhältlich:

Gute Lernvideos: ... so gelingen Web-Videos zum Lernen
ISBN 9783732233168
Herstellung und Verlag: Books on Demand GmbH, Norderstedt
48 Seiten, farbig, Softcover € 17,90
(Autorenmarge zugunsten des BIMS e.V.) oder kann kostenlos bei SlideShare oder als PDF heruntergeladen werden.






Mittwoch, 23. Januar 2013

#MMC13 Was kann ein MOOC Maker bei Pina Bausch lernen?

Ich denke ja gerne mal um die Ecke, mit der Folge, dass meine Bemerkungen gelegentlich etwas kryptisch wirken. Und manche Gedanken brauchen die einfach die Langfassung. Deshalb sitze ich schon wieder hier und blogge, obwohl ich eigentlich gar keine Zeit habe. Erkenntnis: "Mit Sätzen, die das Wörtchen eigentlich enthalten, hast Du schon verloren!"


Als ich den Impulsbeitrag von Yvonne Stragies las, hatte ich sofort das Bild einer Primaballerina im Kopf. Die ideale Lernerin Sarah ist diszipliniert, zielstrebig, kontrolliert und leidensfähig, wie ich es eigentlich nur mit diesem Beruf verbinde.

Allerdings gelten die EinzeltänzerInnen auch als ausgesprochen zickig (ja, auch ihr Männer seid zickig, ihr nennt es nur revolutionär, weil bärbeißig nicht so schön klingt).

Wie also bringt man all die perfekten Prinzen und Prinzessinnen dazu, in der Gemeinschaft zu tanzen und ein wahres Feuerwerk zu entfachen? Auch wer sich, wie ich, mit Ballett überhaupt nicht auskennt, hat vermutlich schon von Pina Bausch gehört. Was liegt also näher, als nachzusehen, wie hat sie es denn gemacht.

Pina Bauschs Inszenierung
„Meine Stücke wachsen nicht von vorne nach hinten, sondern von innen nach außen.“ Die Stücke bestanden aus vielen Parallelhandlungen und oft aus Wiederholungen als wichtiges Stilmittel.

Liegt darin nicht auch das Prinzip der MOOCs?  Auch der MOOC breitet sich, ausgehend von einem Kernteam, kreisförmig und nicht linear aus. Damit bekommt für mich auch das Bild eines Tsunami eine völlig neue, positive, Bedeutung.

Die Parallelhandlungen waren für die Zuschauerschauer oft verwirrend, machten aber auch den Reiz und die Magie der Stücke aus. Die Wiederholungen sollten auch die Fähigkeiten der Zuschauer, Nuancen wahrzunehmen, schulen. Klingelt da was?

Pina Bauschs Fragen
Pina Bausch hat ihren Tänzern keine Rollenvorbilder gegeben, sondern mit Ihnen gemeinsam die Rollen und das Stück fragend entwickelt:

„Mach mal etwas ganz Kleines. Etwas abbrechen, was ist dann?

Aus den daraus entstehenden Fragmenten entwickelte sich etwas neues, etwas nie dagewesenes. Alles MOOC?

Pina Bauschs Ensemble
Jetzt wird es richtig spannend: Für diese Vorgehen brauchte sie Menschen, die nicht dem Idealbild entsprachen. Sie mussten bereit sein, Fehler zu machen, wegzugehen von der klassischen Schönheit, Schwäche zu demonstrieren ...

Für mich ist dieser unvollständige Vergleich auf jeden Fall ein neuer Anlass, die Perspektive zu wechseln.

Brauchen wir für einen großartigen MOOC unter Umständen gar keine perfekten Lerner?

Update: Diese Reaktion auf Twitter gehört unbedingt noch dazu!


Dienstag, 22. Januar 2013

#MMC13 - Woche 2: Kein MOOC für alle Fälle

Das Thema MOOC-Didaktik wird nach meiner Wahrnehmung derzeit von einem einzigen Thema getrieben: Drop-Out-Raten! Bei der Frage, ob MOOCs eine riesige Chance oder einfach nur ein einziger Hype sind, wird immer weniger über das Lernen im MOOC, worin die möglichen Potenziale liegen oder auch, warum MOOCs einfach nicht funktionieren können, geredet. Nein, es geht um den Drop-Out.


Im Herbst 2011 zog der Stanford-Kurs „Artifical Intelligence“, mehr als 160.000 registrierte Teilnehmer an, 20.000 schlossen die Prüfung erfolgreich ab. Zwei ähnliche Kurse, zu den Themen „Machine Learning“ (registriert 104.000/  abgeschlossen 13.000) und „Introduction to Databases“ (registriert 92.000 / abgeschlossen 7.000) hatten vergleichbare Drop-Out-Quoten. Diese Entwicklung wird von den Medien und der Fachöffentlichkeit aufmerksam verfolgt und kritisch kommentiert.
Quelle

Auch Prof. Dr. Rolf Schulmeister kritisiert in seiner Keynote bei der Campus Innovation 2012 die hohen Drop-Out-Quoten und nennt die problematische zeitliche Taktung als einen möglichen Grund (ca. ab Minute 35). Wer einmal wegen anderer Verpflichtungen sein Pensum nicht durcharbeiten kann, hat bei einer wöchentlichen Taktung  nach seiner Ansicht kaum noch eine Chance, Versäumnisse aufzuholen.


Quelle:  Lecture2Go, Universität Hamburg, Prof. Dr. Rolf Schulmeister, As Undercover Students in MOOCs

Die zeitliche Taktung ist sicher ein schwerwiegendes Problem aber nicht das Einzige.

Was also macht das MOOCen so schwer?

Zu dieser Frage stellte Dr. Joachim Wedekind in seinem Beitrag zur Campus Innovation 2012 einige Stolpersteine vor:
  • selbstgesteuerte Arbeit und Disziplin 
  • unkalkulierbarer Zeitaufwand 
  • Informationsflut ordnen, selektieren 
  • wenig/kein persönliches Feedback 
  • schwierige Leistungsbewertung 
  • setzt Social-Media-Kompetenz voraus
Dieses Bündel hat es in sich, weil die Schwierigkeiten der Lernenden neben methodischen Kompetenzen alle Facetten der persönlichen und sozialen Kompetenzen umfassen. Wie und wo kann man ansetzen?

Ansatz 1: Die Lerner müssen sich ändern

Man könnte jetzt natürlich hingehen und sagen: „Das sind doch alles Probleme, die in der Verantwortung der Lernenden liegen. Im Rahmen des lebenslangen Lernens müsste es doch im ureigenen Interesse der Lernenden sein, diese Fähigkeiten selbstgesteuert zu entwickeln.“


Wenn das aber nicht funktioniert, brauchen die Lernenden mehr und frühere Anleitung. Vor allem müssen sie Lernstrategien bewusst und planvoll einsetzen und ihre Medienkompetenz verbessern. Was läge da näher, als die Entwicklung eines MOOC-Führerscheins?

Durch eine strukturierte Unterstützung, mit einem Kompetenzrahmen, einem Lernplankompass (Teilkompetenzen, Bezug zum Lehrplan, Material, Werkzeuge) sowie den Inhalten und Werkzeugen, die im Netz zur Verfügung stehen, könnten Lernende in der Schule darauf vorbereitet werden, künftig als kompetente Selbstlerner durch das Netz zu navigieren.

Damit löst man allerdings nicht die Probleme der aktuell Betroffenen. Vor allem aber frage ich mich: Wie sollen die Lehrkräfte das leisten?

Ansatz 2: Die MOOCs müssen sich ändern

Wenn die meisten Lernenden mit den Anforderungen der MOOCs überfordert sind, müssen eben die MOOCs angepasst werden. Alternativ könnten vorgeschaltete Module zur Lösung des Problems beitragen.


Inspiriert von Jane Hart
Die Anpassung der MOOCs kann man zurzeit bei fast allen Anbietern von xMOOCs beobachten. Zentrale Anlaufstelle für die Lernenden ist ein Learning Management System. Dort werden Inhalte bereitgestellt, Lösungen eingereicht, Inhalte geteilt und Kontakte zu anderen Lernenden geknüpft. In den Kursen wird bewusst auf ein Überangebot an Quellen verzichtet, es werden Lernaufgaben gestellt, die bearbeitet werden müssen und die Lerner werden zu Peer-Reviews aufgefordert.

In Deutschland startet gerade ein Angebot der IMC AG im Verbund mit Hochschulen und Unternehmen. Professor Scheer, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der IMC AG,  beschreibt das Konzept der OpenCourseWorld mit den Worten: „Die Inhalte sind didaktisch auf die Online-Vermittlung ausgelegt und speziell dafür instruktionsorientiert produziert.“

Harvard begrenzt bei einem Angebot der Harvard Law School die Teilnehmerzahl auf 500.

Vergleicht man die Grundprinzipien eines MOOC:
  • keine verbindlichen Lernziele
  • dezentrale Struktur
  • Kernaktivitäten der Teilnehmenden: aggregate, remix, repurpose, feed forward
  • sharing by tagging
  • offener Zugang für alle Interessierten
mit den oben genannten Entwicklungen, kann man sagen: „Die MOOCs haben sich bereits radikal geändert.“ Man muss aber auch fragen: „Sind die oben skizzierten Online-Kurse noch MOOCs?“

Ein anderer Weg bestünde in vorgeschalteten verpflichtenden Modulen.  Sind solche MOOCs dann aber noch offen? Ist andererseits die Offenheit ein unverzichtbares Kriterium, wenn man durch eine vorübergehende Beschränkung den Lernenden Zugang zum selbstgesteuerten Lernen verschafft?

Eine weitere Möglichkeit wäre das geschickte Verknüpfen der Inhalte mit strukturierenden Elementen, Tutorials, Hilfen, betreuenden und motivierenden Komponenten.

Haben Sie jetzt gerade zustimmend genickt? Sie wissen aber schon, dass sich hinter dem lapidaren Satz die Forderung nach einem ausgefeilten didaktischen Konzept verbirgt? Mit welchen personellen und finanziellen Kapazitäten könnte man das umsetzen?

Ansatz 3: Die Perspektive muss sich ändern

Wie wäre es denn, wenn man einfach mal Dampf aus dem Kessel nimmt und etwas entspannter auf die Drop-Out-Quoten blickt?

Die MOOCs bieten erstmals Interessenten auf der ganzen Welt Zugang zu umfangreichen offenen Bildungsressourcen. Mit Harvard, Stanford und dem MIT scheinen plötzlich Institutionen zugänglich zu sein, die bisher nur Eliten vorbehalten waren. Angesichts der Chancen, die die MOOCs bieten, verhalten sich die Interessenten momentan wie Kinder im Süßwarenladen. Sie greifen überall zu und manch einem wird vorübergehend schrecklich übel. Kann man den Interessenten dieses Verhalten verdenken? Und spricht es andererseits gegen die MOOCs, wenn sie auf enormes Interesse stoßen?

Wir befinden uns in einer Phase des Experimentierens, Lernens und Erprobens. Die Veranstalter ebenso wie die Interessenten. Ist es in einer solchen Phase sinnvoll, die Drop-Out-Quoten informeller Lernszenarien mit den Abbruchquoten formeller Studienangebote zu vergleichen? Taugen solche Vergleiche überhaupt, um das Potenzial von neuen Formen kollaborativer Wissensaneignung auszuloten? Sicher nicht! Wer die Abbruchquoten bei einem MOOC mit Studien- oder Schulabbruch vergleicht, macht einen Kategorie-Fehler. Viele MOOC-Teilnehmer finden beispielsweise einfach das Format spannend. Haben Sie schon mal mit jemanden gesprochen, der ein Studium aufgenommen hat, weil er das Format Universität so interessant fand?

Auch die kritischen Kommentatoren hängen das Thema nicht so hoch, wie es durch die Berichterstattung in diversen Medien erscheint. Schulmeister beispielsweise hat in seinem Vortrag wesentlich mehr Zeit darauf verwendet, didaktische und auch ethische Probleme zu beschreiben, als auf die Missbilligung der Abbruchquoten. Und auch bei dieser Kritik problematisiert er nicht die Quoten an sich, sondern die Vermarktungsstrategien der Anbieter Udacity und Coursera.

Abschließend noch ein Blick auf die Absolventenzahlen: Der Stanford-Kurs „Artifical Intelligence“, hatte mehr als 160.000 registrierte Teilnehmer, 20.000 schlossen erfolgreich ab.

Wenn der Blick wieder frei ist für die Potenziale, die MOOCs bieten können, bestehen auch Chancen für eine gute MOOC-Didaktik. Ob das nun cMOOCs, xMOOCs oder Blended MOOCs sind, liegt ganz ideologiefrei an den angestrebten Zielen und Rahmenbedingungen. Einen MOOC für alle Fälle wird es ganz sicher auch künftig nicht geben. Ich wünsche allen viel Spass und Inspiration in der Didaktik-Woche des #mmc13.

Samstag, 15. September 2012

Social Learning - Worüber reden wir eigentlich (nicht)?

Social Learning ist ein enorm wichtiges Thema. Es ist wichtig, darüber zu diskutieren und Visionen zu entwickeln, wie Lernen künftig gestaltet werden soll. Was mir aber gegen den Strich geht, ist die Einseitigkeit der Debatte und die gelegentliche Verwirrung der Begriffe.

Die Diskussion um Social Learning erinnert mich an die Verheißungen, mit denen um die Jahrtausendwende E-Learning gefeiert wurde. Nicht weniger als eine Revolution des Lernens versprach man sich damals und der Kater war fürchterlich. Was mir gelegentlich auch fehlt, ist eine kritische Distanz und Differenzierung. Was ist eigentlich gemeint, wenn man von Social Learning spricht. Und worüber reden wir nicht?

Oft herrscht Verwirrung, wo Transparenz erforderlich wäre

Wenn wir von Social Learning sprechen können sehr unterschiedliche Dinge gemeint sein. Es kann die Rede sein:
  • vom Lerngegenstand, wenn ein bestimmtes Sozialverhalten gelernt werden soll.
  • von einer didaktischen Methode, wenn kooperative Lernformen eingesetzt werden sollen.
  • von der Lernorganisation, wenn im sozialen Kontext gelernt werden soll.
  • vom Einsatz von Social Media, wenn die Erarbeitung und der Austausch mit Werkzeugen des Web 2.0 geleistet werden soll.
In dieser Hinsicht müssen wir für Klarheit sorgen. Darauf haben die Kunden von Weiterbildungsdienstleistern einen Anspruch.

Dienstag, 10. Januar 2012

#ocwl11 - Einheit 5: Alles auf Anfang


Im OpenCourse Workplace Learning 2011 wurde gestern die fünfte Kurseinheit (Sozialpsychologische Aspekte von computermediierter Kommunikation) mit einer Online-Session abgeschlossen. Für mich, als eine der Kurspatinnen, hieß das zunächst alte Unterlagen hervorkramen und zu rekapitulieren worum es eigentlich geht. Andrea Brücken, die andere Patin dieser Lerneinheit, nutzte die „stade Zeit“ für die Planung einer Online-Session, die über ununi.tv live im Internet verfolgt, kommentiert und mit Beiträgen ergänzt werden konnte. Das Protokoll der Beiträge aus dem Twitterchat kann hier heruntergeladen werden.


Was ist an der computermediierten Kommunikation so besonders?

Zu den einflussreichsten Theorien zur Medienkommunikation zählt die Social Presence Theory (Short, Williams, Christie, 1976). Die Social Presence Theory wurde nicht speziell für die computervermittelte Kommunikation entwickelt sondern befasst sich mit zwischenmenschlichen Beziehungen im Zusammenhang mit Telefon-, Audio- und Videokonferenzen. Ein wesentlicher Aspekt der von den Autoren untersucht wurde, war das Gefühl der sozialen Anwesenheit (Social Presence) anderer Personen bei einer lediglich durch Medien unterstützten Kommunikation. In der Social Presence Theory ist die soziale Präsenz als eine Eigenschaft des jeweiligen Mediums definiert, nicht als Eigenschaft der Personen, die das Medium nutzen. Das Gefühl der sozialen Präsenz ist nach Short et al abhängig von der Anzahl der Kanäle über die das jeweilige Medium verfügt.

Donnerstag, 29. September 2011

#solea11 - Die Social Learning Blogparade 2011

Es ist soweit. Der Social Media Berater Julian Grandke und ich starten gemeinsam eine Blogparade zum Thema „Social Learning“. Zusammen mit Ihnen wollen wir erkunden worum es beim „Social Learning“ eigentlich geht. Wir wollen Ideen jonglieren und einen Austausch zwischen Bloggern, Interessierten und Profis aus dem Bereich eLearning/Bildung und dem Feld Social Media & Community Management anregen.

Eingeladen ist jeder, der Interesse hat seine Gedanken und Ideen zu diesem Thema zu teilen. Egal ob Sie nun Profi oder engagierter Lerner sind. Auch Neulinge, die Fragen zum Thema „Social Learning“ haben, dürfen sich gerne einschalten. Bitte nehmen Sie sich kurz Zeit diesen Eintrag zu lesen und wenden sich mit Fragen gerne an uns.

Mittwoch, 28. September 2011

3 Trends für den Arbeitsplatz der Zukunft

Beitrag zur Blogparade: Wie ist dein Arbeitsplatz der Zukunft?

Bianca Gade hat die Wissensarbeiter zur Blogparade aufgerufen. Wie arbeiten wir, wie stellen wir uns die künftige Arbeit vor, welche Wünsche haben wir an unseren Arbeitsplatz? Ich denke, als Freelancer ist man bereits einige Schritte Richtung Arbeitsplatz der Zukunft gegangen. Für viele Normalarbeitsplätze werden künftig ähnliche Bedingungen gelten und ähnliche Fähigkeiten an Bedeutung gewinnen. Aus meiner Sicht werden dabei besonders die Soft Skills immer entscheidender. Es wird um die Fähigkeit zur Vernetzung gehen, um stetiges Lernen in wechselnden Lerngruppen, um vielfältigen Wissensaustausch und die Suche nach Lösungen, die nicht mehr in unser gewohntes Raster mit eindeutigen Richtig-/Falsch-Antworten passen. Was also wird den Arbeitsplatz der Zukunft kennzeichnen?

Mittwoch, 30. März 2011

Fünf Dinge, die ich wirklich nicht mehr sehen will

Manchmal weiß ich nicht was mich mehr ärgert. Die pauschale Verunglimpfung von E-Learning oder schlechte Beispiele aus der E-Learning-Praxis? Sätze wie dieser:


„Ich halte wenig von eLearning.  Ich bin der Überzeugung, dass es nichts Sinnvolleres gibt, als "vor Ort" gehen.“



treiben mir zwar kurzfristig den Blutdruck in die Höhe aber es ist eben eine Ansicht. Man kann sie diskutieren und notfalls sogar stehen lassen.

Donnerstag, 17. Februar 2011

Blended-Learning-Konzept „Fit for Future“ ist Online

Ich hatte angekündigt, meine Abschlussarbeit aus dem Zertifikatskurs Educational Media online zu stellen. Hier ist sie.

Ich habe die Abschlußarbeit und eine Kurzpräsentation bei SlideShare zum Download bereitgestellt. Zu den Lerninhalten der einzelnen Module habe ich noch zusätzliche Ausarbeitungen aus der Feinkonzeptionsphase. Wenn jemand Interesse an der Umsetzung hat, bitte bei mir melden.

Das Konzept in aller Kürze

Bei dem Weiterbildungsangebot „Fit for Future" handelt es sich um ein hybrides Lehr-Lern-Arrangement mit einem Wechsel von personalem Unterricht und betreutem, softwaregestützten Lernen. Das Lehr-/Lernangebot soll sukzessive selbständiges Lernen fördern und der Zielgruppe helfen, den Übergang Schule-Beruf besser zu bewältigen.

Das Lernangebot besteht aus den inhaltlichen Komponenten „Fit für IT" und „Fit für den Beruf " und „Fit für neue Medien". Letztere ist eine überwiegend methodische Komponente, die genutzt wird um Inhalte der beiden anderen Lernbereiche handlungsorientiert zu vermitteln. Das Lehr-/Lernangebot ist sequentiell strukturiert, mit kleinen Lerneinheiten, häufigen Übungen sowie Vor- und Nachbereitung der softwaregestützten Lerneinheiten.

Das Interesse der Jugendlichen soll durch den unmittelbaren Bezug zu einem konkreten Ausgangsproblem (bisher erfolglose Bewerbungen) geweckt werden. Mit der erfolgreichen Erarbeitung der vorgesehenen Materialien (Bewerbungsmappe, mediale Selbstdarstellung) soll die Motivation der Jugendlichen gestärkt werden.


Die Ausarbeitung


Und jetzt viel Spaß und Inspiration beim Lesen!

Mittwoch, 16. Februar 2011

Wem gehört mein Wissen?

Stellen Sie sich vor, Sie schlagen morgens die Zeitung auf und lesen einen Bericht über ein pfiffiges Projekt in Ihrer Stadt, das am vergangenen Samstag mit der Wunderkind-Medaille™ ausgezeichnet wurde. Es gab einen Empfang mit den üblichen Würdenträgern, eine leidenschaftliche Laudatio und einen strahlenden Preisträger. So weit, so schön aber je länger Sie lesen, desto unschöner finden Sie das Ganze. Das Projekt kennen Sie, Sie kennen es sogar besser als der Preisträger. Sie selbst haben das Konzept vor Monaten ins Netz gestellt. Ein typischer Anfängerfehler von „Digital Naives“.

Ich gebe zu, mein Beispiel ist konstruiert und möglicherweise sind es ganz andere Gründe, die den einen oder anderen davon abhalten, sein Wissen im Netz zu teilen. Der Frage nach den echten Gründen ist Dr. Ilona Buchem in ihrem Seminar „Web 2.0 und die Gesellschaft“ nachgegangen und hat darüber gebloggt.

Freitag, 4. Februar 2011

Was macht ein Bildungsangebot nachhaltig?

Bei nachhaltigen Bildungsangeboten geht es nach meiner Auffassung im Kern darum, Lernende zu unterstützen, in beruflichen Handlungssituationen im Sinne der Leitidee Nachhaltigkeit zu agieren.

Ein nachhaltiges Lernangebot sollte die Fähigkeit fördern, die Abläufe in vernetzten Systemen zu verstehen, Handlungsspielräume zu erkennen sowie Widersprüche und Grenzen der eigenen Entscheidungsfähigkeit auszuhalten. Dazu reicht es nicht aus, Wissen zum Thema Nachhaltigkeit zu vermitteln. Es ist notwendig, Vernetzungen und Abläufe sichtbar zu machen und Möglichkeiten zu schaffen, das Denken in vernetzten Systemen einzuüben.

Ein Beispiel dazu aus der Umweltbildung: Die „Lernspinne“ 

Einen weiteren Nachhaltigkeitsaspekt sehe ich im Transfertauglichkeit von Modellen. Die Übertragung auf andere betriebliche Bereiche oder die Umsetzung in andere Organisationen wird beispielsweise unterstützt durch die Good- Practice-Datenbank des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und das Portal der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.




Eine weiterer Beitrag zum Thema: 

Was bedeuted der Megatrend Nachhaltigkeit für die Weiterbildung?

Wissen allein nützt nichts - Seminare zur Umweltbildung erfolgreich gestalten

Erfahrungen aus der Verbraucherberatung haben gezeigt, dass das Wissen über umweltbelastende Faktoren nicht ausreicht, um umweltgefährdende Verhaltensweisen zu ändern. Unabhängig vom Grad des Wissens sind es vielmehr die persönlichen Werte und Einstellungen, die bei einem komplexen Thema wie dem Umweltschutz, die individuellen Entscheidungen dominieren.

Das heißt einerseits, solange das Thema Umweltschutz für den Einzelnen nicht emotional besetzt ist, keine persönliche Wertigkeit hat, werden Umweltbelastungen subjektiv als wenig relevant eingeordnet. Andererseits neigen wir in komplexen Entscheidungssitutionen dazu, Komplexität zu reduzieren, indem wir unsere persönlichen Werte und Einstellungen zur Problemlösung heranziehen. Das berühmte „Bauchgefühl“ ist eine wesentliche Entscheidungshilfe in schwierigen Situationen.

Bildungsangebote, die auf umweltbewußtes Verhalten zielen, sollten deshalb nicht auf reine Wissensvermittlung bauen. Wesentlich für den Erfolg in der Umweltbildung ist:

Mittwoch, 26. Januar 2011

Was bedeutet der Megatrend Nachhaltigkeit für die Weiterbildung?

„Was sind die Trends 2011 im E-Learning?“, fragt der Gastgeber des 17. WissensWert Blog Carnival, Prof. Dr. Andreas König. Thomas Jenewein hat geantwortet und formuliert neben seiner Prognose auch Erwartungen. Er wünscht sich in der Lernwelt mehr Diskussion zu den Themen Transformation und Nachhaltigkeit.

Ich finde beide Themen sehr interessant, angesichts meiner Erfahrung im Bereich Umweltbildung ist mir das Thema Nachhaltigkeit allerdings näher. Darüber möchte ich nachdenken und einen Beitrag zur Diskussion leisten.