Mittwoch, 5. Juni 2013

Warum ununi.TV mich bewegt

ununi.Tv ist ein Startup in der Finanzierungsphase. Manche gründen ihr Geschäft mit einem Bankkredit, andere finden großzügige Sponsoren und wieder andere finanzieren ihre Geschäftsidee mit vielen kleinen Kapitalgebern. Das nennt man dann Crowdfunding und diesen Weg geht ununi.TV. Das ist nur logisch, denn ununi.TV versteht sich als Crowd University - eine Bildungsplattform von allen für alle.

Die Idee hinter ununi.TV

Der Kern sind Videos im Netz. ununi.TV bietet dafür das Portal und die Community. Jeder kann mitmachen. Kann sich engagieren, sich qualifizieren, Inhalte produzieren und beisteuern, ein persönliches Modell entwickeln, um mit seinen Inhalten auch Geld zu verdienen. Ja, Geld! ununi.TV macht Spaß, es ist anders als die Plattformen, die man bisher zum Lernen kannte und es ist modern, aber auch unkonventionelle, moderne Menschen, mit Spaß an der Arbeit, müssen Geld verdienen.

Mach mit!
  Das Bild gibt es hier.

Mitmachen ist Programm

Vielleicht haben Sie beim Betrachten, rechts in der Grafik, die Lernenden gesucht. Das ist schwer darzustellen, weil sie sich jederzeit einklinken und Teil der Community werden können. Auch wer nicht mitmachen will, kann sich beispielsweise ein Live-Video wünschen und wird damit ein wenig zum Programmgestalter. Wer während eines Live-Videos Fragen hat, kann sich über Twitter, Google oder Facebook in die Diskussion einklinken, Fragen stellen, eigene Anregungen einbringen. Selbst die, die nicht live dabei sind und nur die Aufzeichnung sehen, können leicht über die sozialen Medien Kontakt zu den Akteuren aufnehmen.

Lernende können selbst Programm gestalten, indem sie Mitglied der Community werden und Videos produzieren, beispielsweise in Experteninterviews, in denen sie die Fragen stellen, die Ihnen wichtig sind. ununi.TV hilft bei der Expertensuche und unterstützt mit Tutorials und Leitfäden, damit das Interview gelingt. Das fertige Video kann wieder anderen beim Lernen helfen. Wie bildet man das alles ab?

ununi.TV ist ein Angebot zum Mitmachen, jede/r ist eingeladen, doch wer nur zusehen will, kann es gerne tun. Einfach nur zusehen heißt aber, die Chance auf anderes Lernen und aktive Vernetzung zu verschenken.

Warum ich mitmache

Für jemanden, der in der Online-Bildung arbeitet, sind die Vorteile von ununi.TV einfacher zu erkennen, als durch die Lernerbrille. Zunächst ist ununi.TV eine perfekte Lernumgebung. Ich treffe Menschen, die sich in sehr unterschiedlichen Zusammenhängen mit Lernen beschäftigen und damit sehr verschiedene Blickwinkel mitbringen. Ich lerne, wie ich selbst zum Programmmacher werde und die Klippen einer Livesendung umschiffe. Nicht zuletzt lerne ich eine Menge über Vernetzung und das kreative Potenzial einer Online-Community.

Für meine Arbeit liefert ununi.TV eine Erweiterung meines Werkzeugkastens. Ich kann mir gut vorstellen, zusätzliche Leistungen, wie beispielsweise Online-Workshops oder Online-Beratungen, anzubieten.

Ich denke auch, dass mit ununi.TV andere Lernformen für ein breiteres "Publikum" möglich werden. In meiner Darstellung der "Old School" und der "New School" habe ich bewußt stark verkürzt. Natürlich gibt es nicht nur Frontalunterricht und natürlich gibt es gut konzipiertes Online-Lernen. Von letzterem profitieren aber bisher nur wenige. Es ist einfach nicht so, als würden auf breiter Ebene die Möglichkeiten sozialer Medien zum Lernen genutzt. Es stimmt einfach nicht, dass wir durch die Web-2.0-Technologien auch den Sprung zu E-Learning 2.0 gemacht haben. Wir könnten es, von konzeptioneller Seite, aber die Praxis sieht anders aus. Wer Messen, Kongresse und Veranstaltungen zum Thema E-Learning 2.0 nach Praxisbeispielen durchforstet, kann sich davon leicht ein Bild machen.

Die richtig gut gestalteten Projekte können sich oft nur Großunternehmen leisten. Wer in kleineren Betrieben arbeitet, hat Pech gehabt und muß mit Standardprodukten leben. Für diesen Bereich sehe ich große Chancen, weil durch die Nutzung vorhandener Technik  auch interessante Lernszenarien für kleinere Zielgruppen realisiert werden können. Ich meine damit keine klassischen Webinare, in die kann man sich auch jetzt schon einklinken. Es geht mir um die Nutzung von ununi.TV als Werkzeug zur Online-Zusammenarbeit, für Menschen, die bisher von diesen Möglichkeiten nicht partizipieren konnten. Wie das genau aussehen kann, ist die Frage, die mich im Moment bewegt.

Was Sie in der Zwischenzeit tun können? Ganz einfach! ununi.TV mit 3 Klicks unterstützen oder gleich weiter zu Startnext.

Update 14. Juni 2013: Zu konkreten Angeboten habe ich auf meinem Unternehmensblog mal weitergedacht.

Sonntag, 2. Juni 2013

So arbeite ich - so blogge ich

© Mirko Raatz - Fotolia.com
Im Laufe der Woche hat mir Julia Russau ein Blogstöckchen zugeworfen.

Angezettelt wurde die Aktion von Isabella Donnerhall und weil sie wissen wollte, wie wir denn so bloggen, sitze ich jetzt hier und habe den Salat *ähm* das Stöckchen.

Das Thema: This is how I work. Erste Erkenntnis, bevor ich richtig losgelegt habe: Ich blogge, wie ich auch sonst arbeite. Andere sind da lässiger,strategischer, mitteilsamer oder einfach viel witziger.

Blogger-Typ: Ich bin eine Gib-mir-einen-Grund-Bloggerin
Bloggen ist für mich Arbeit. Bloggen ist recherchieren, viel lesen, durchdenken, schreiben und verwerfen, formulieren und wieder über Bord schmeißen, mir Klarheit verschaffen über einen Sachverhalt, einen Standpunkt einnehmen. Das meine ich mit Arbeit und dazu brauche ich einen Grund. Manchmal ist es eine Diskussion, in die ich mich einklinken will, manchmal eine Frage aus dem Netzwerk und manchmal platzt mir einfach der Kragen.

Gerätschaften digital: Einen individuell zusammengebauten PC und ein Samsung Netbook.

Gerätschaften analog: Einen Collegeblock in DIN A5, weil der in jede Tasche passt. Außerdem Zettel und Haft-Notizen in allen Größen, Kugelschreiber, Filz- und Bleistifte.

Arbeitsweise
Am Anfang mache ich mir ein Bild. Das heißt, ich schreibe und zeichne alles auf, was mir spontan einfällt. Deshalb brauche ich auch Zettel in allen Größen. Der erste Entwurf sieht dann beispielsweise so aus:

oder er kommt als Mind-Map daher. In jedem Fall steht am Anfang immer sehr viel Handarbeit. Wirklich wichtige Dinge schreibe ich von Hand, ob das Geschriebene später so im Blog landet, ist eine andere Sache.

Welche Tools nutzt Du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?
Hier nutze ich die Software von Blogger.com, mein zweites Blog läuft mit WordPress. Letzteres gefällt mir von den Funktionalitäten und Plug-Ins wesentlich besser aber ich mag mich von diesem Blog nicht trennen.

Nachdem meine Uraltversion von Photoshop auf keinem Rechner mehr läuft, die neueren Versionen mir aber zu mächtig sind, versuche ich, mich mit Gimp für die Bildbearbeitung anzufreunden aber so richtig wird das nix. Das Gute daran: Ich habe gelernt, dass man auch eine Menge mit PowerPoint machen kann. Es ist nicht alles schlecht, an PowerPoint. ;-)

Bei Recherchen nutze ich hauptsächlich Google, SlideShare und Scribd. Meine Lesezeichen speichere ich bei diigo.

Nicht mehr missen möchte ich die Dropbox. Ich schätze einfach die Möglichkeit, meine Unterlagen auch unterwegs zur Verfügung zu haben und sie bei Bedarf zu teilen. Ich kenne die Vorbehalte aber in dem Punkt bin ich bequem.

Eins meiner wichtigsten Tools kommt ganz zum Schluß: Twitter! Auf Twitter teile ich nicht nur meine aktuellen Posts. Es ist eher meine Grundverbindung zu meiner Community, mein wichtigstes Informations-Tool und fester Bestandteil meiner persönlichen Lernumgebung.

Wo sammelst du deine Blogideen?
Ich sammle zwar aber die meisten Ideen bleiben unverbloggt. Das liegt daran, dass ich das Blog eher zum Nachdenken, als zum Mitteilen nutze. Manchmal denke ich eine ganze Weile über etwas nach und beschließe dann: "Das muss die Welt nicht wissen."

Was ist dein bester Zeitpar-Trick / Shortcut für’s Bloggen /im Internet?
Alles aus! Twitter aus, keine E-Mails abrufen, Familie auf einen anderen Tag vertrösten.

Benutzt du eine To-Do-List-App? 
Nein. To-Do-Lists nutze ich nur, wenn es richtig unübersichtlich wird. Dann kommt aber auch keine App ins Spiel, sondern der gute alte Collegeblock.

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät, ohne dass du nicht leben kannst?
Ich könnte auch gut ohne Telefon leben.

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?
Einfach mal die Klappe halten und zuhören. Ich bin wirklich eine leidenschaftliche Zuhörerin und Beobachterin. Ich liebe es, mir Zeit zu lassen und ein Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und zu durchdenken.

Erklären kann ich, glaube ich, auch gut. Besonders, wenn es darum geht, Expertenwissen "laientauglich" zu machen. Orte ohne Navi finden und mich in Städten orientieren, von denen andere sagen: "Da verläuft man sich garantiert." Dickichte und Unübersichtliches sind so eine Art Spezialgebiet von mir. :-)

Außerdem koche ich das beste Radicchio-Risotto diesseits der Alpen.

Vermutlich gibt es aber eine Menge Leute, die das alles genau so gut können. Außer Radicchio-Risotto.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?
Absolut nichts! Ich bezweifle sehr, dass es so etwas wie Multitasking-Fähigkeit überhaupt gibt. Für mich gilt aber auf jeden Fall: Ich bin immer ganz bei einer Sache. Wenn ich schreibe, schreibe ich. Wenn ich Musik höre, bin ich ganz bei der Musik. Sollte ich jemals aus einer Veranstaltung twittern, hab ich mich dort furchtbar gelangweilt.

Wie ist dein Schlafrhythmus - Eule oder Lärche?
Eindeutig Eule. Der Morgen gehört den Routinetätigkeiten, die man auch mit kaltem Hirn bewältigt.

Eher introvertiert oder extrovertiert?  
Introvertiert, auch wenn es nicht sehr angesagt ist. Mich kümmert einfach der Applaus recht wenig, obwohl ich gerne berühmt wäre. Ich denke, Introversion wird einfach oft falsch interpretiert, als Schüchternheit oder Kontaktschwäche. Stimmt nicht! Wenn mir etwas wichtig ist, vergess ich alles Lampenfieber und stürme jede Bühne.

Wer sollte diese Fragen noch beantworten?
Ich wünsche mir, dass Heinz Wittenbrink , Sibylle Würz und Andrea Brücken das Blogstöckchen annehmen.

Der beste Rat, den du je bekommen hast?
Ich kann mich schwer entscheiden:
  • Schlaf noch mal drüber. 
  • Hör auf, ein totes Pferd zu reiten.

Noch irgendwas wichtiges?
Mach die Menschen, die mit dir zusammenarbeiten, berühmt.

Stammt nicht von mir, sondern von Jean-Pol Martin aber ich denke, das ist es. Gib den Menschen, die mit dir arbeiten Raum, lass sie glänzen und mach, dass jede Zusammenarbeit ein kleines Fest wird.